barfuß über Stock und Stein
Heute war es nun soweit. Wie ich gestern bereits angekündigt hatte, habe ich heute einen Ausflugstipp der SZ-Dresden ausprobiert. Und ich muss sagen, es war ein lohnendes Unternehmen. Ich begab mich also ohne Strumpf und Schuh auf einen Barfußweg, den einzigen sächsischen Barfußweg. Wer noch nicht weiß, wovon ich rede, der findet alles wissenswerte und notwendige unter web336.silverline-s11.de/mittelherwigsdorf/barfussweg.html
und sollte sich unbedingt meinen nachfolgenden Bericht durchlesen:
Es war wunderbares Wetter zum Wandern. Die Sonne lacht, der Himmel ist blau und das Thermometer zeigt knapp an die 30 Grad. Also auf zur Erkundung des Barfußweges in der Oberlausitz. Der Einstieg ist schnell gefunden, wird doch der neugierige Wandersmann durch ein großes Hinweisschild auf den richtigen Weg geführt. Wer mit dem Auto anreist, kann es bequem oberhalb des Einstieges auf dem Kaufpark-Parkplatz abstellen.
Über eine kleine Wiese läuft man den Schanzenberg (307 m) hinauf und trifft bereits auf die ersten zwei Stationen des Barfußweges. Über den “Pfostenlauf” und den “Balancebalken” kommt man, auch wenn es ungewohnt ist, problemlos hinweg. Der nächste Anlaufpunkt - der “Grobkiesel” - ist schon nicht mehr so angenehm. Die spitzen und schwarzen Steine sind der schwierigste Teil des ganzen Weges. Jetzt erst merken wir, dass es wohl ein Fehler war, an einem heißen Sonnensommertag barfuß zu wandern. Wie schon die Holzpfosten und der Balancebalken sind auch die Kiesel wahnsinnig aufgeheizt. Man fliegt förmlich darüber, um sich nicht die Fußsohlen zu verbrennen. Hier sollte man schon etwas härter im Nehmen sein. Aber es ist nicht immer so.
Die nächsten Stationen sind eher eine Wohltat. Überraschend leicht kommt man über die Teile “Geschreddertes” und “Reisig”. Die im Plan mit 5 bezeichnete “Schlammstrecke” haben wir nicht gefunden. Dafür aber eine Nr. 4a, “Balkenlauf”. Alle drei Stationen liegen im Wald um den Schülerberg (315 m) und bereiten den Füssen dadurch keine Schmerzen durch etwaige Überhitzung.
Angekommen im Schülertal, auf einer großen Waldwiese, kommt man zur nächsten Station, der “Baumstammhochstrecke”. Zwei Baumstämme gilt es hierbei zu überwinden, die in einer Höhe von ungefähr 1,60 m über die Wiese führen. Diese Stämme sollte man wohl eher nicht bei nassem Wetter begehen. Ich denke, dies könnte etwas rutschig werden, nicht dass man abstürzt.
Weiter über die Schülertalwiese biegt der Weg nach wenigen Metern nach rechts ab unter dem Viadukt hindurch. Nun steht man unmittelbar vor der Mandau. Ein kleines Flüsschen, welches seine Quelle im Tschechischen hat und über Seifhennersdorf und Zittau in die Neiße fließt. Wir halten uns nun rechts und laufen auf einem schmalen Pfad, immer am Wasser entlang, wieder in Richtung Mittelherwigsdorf - wo wir auch herkamen. Zwischendurch erreichen wir wieder neue Stationen, erneut einen “Balancebalken”, aber auch “Balancesteine”. Neu und bisher nicht in der Karte eingezeichnet ist die Station Nr. 11, “Baumscheibenlaufen”. Man springt hierbei über unterschiedlich große Baumscheiben, was nicht unangenehm für die blanken Füße ist. Aber bei nassem Wetter auch eine rutschige Angelegenheit werden kann.
Die vorletzte und heute zugleich schönste Station war die “Mandaudurchquerung”. Hier muss man nun quer durch den Fluss. Aber bei dem schönen Wetter und den hitzigen Temperaturen, eher eine Wohltat, nicht nur für die Füße. An einem stabilen Seil kann man sich festhalten und dabei über im Fluss liegenden Steine balancieren. Im Sommer ist das Wasser - welches sehr klar und sauber war - relativ warm und strömungsarm. Im Frühjahr oder nach Regen kann dies schon ganz anders aussehen. Mir selbst ging es heute an der tiefsten Stelle bis zu den Knien. Wenn man also mit kleinen Kindern diesen Weg gehen möchte, sollte man vor der Flussdurchquerung unbedingt auf den Wasserstand achten. Ich aber fand heute, es war die schönste Station von allen.
Die letzte Station erreicht man unmittelbar nach der Mandaudurchquerung, die “Schlammstrecke”. Dort kann man noch mal richtig „rumpammpen“. Vorsicht, die Schlammrinne ist relativ tief, nicht dass man sich mit dem Schlamm die Hosen beschmutzt. Die schmutzigen Füße hingegen kann man sich dann an dem zum Schluss erreichten “Waschplatz” säubern. Dort wuschen wir uns einfach in der Mandau den ganzen Dreck wieder runter. Wichtig zu wissen also, Handtücher oder ähnliches Abtrockenwerk bei der Hand haben.
Das Ziel ist erreicht. Wer will kann nun auf dem am Ziel angelegten Grillplatz ein Picknick machen oder, so man die Utensilien dabei hat, grillen. Nach gut 1,5 Stunden und 1,5 Kilometern haben wir den sächsischen Barfußweg gemeistert. Und wir hatten eine menge Spaß dabei. Auch wenn nicht jeder der 2967 Schritte, die wir heute zurücklegten, einfach oder angenehm war, dieser Barfußweg ist eine lustige Abwechslung für Jung und Alt. Wer also mal in der Oberlausitz Urlaub macht, sollte einfach mal nach Mittelherwigsdorf fahren. Und Übernachtung findet man unter anderem auch im “Franzehaus”. Einfach mal unter www.franzehaus.de reinschauen und am Besten gleich buchen.
Filed under: Oberlausitz on Juli 15th, 2007
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